Eine Migration zu Magento 2 – egal ob aus Magento 1, aus einem anderen Shop-System oder aus einer Eigenlösung – ist ein kritisches Projekt mit hohem Risiko-Potenzial. Schlechte Migrationen kosten Wochen an Downtime, vernichten organische Rankings oder produzieren stille Datenverluste. Mit der richtigen Methodik passiert all das nicht.
Warum die Migration jetzt überfällig ist
Magento 1 ist End-of-Life
Seit Juni 2020 erhält Magento 1 keine offiziellen Sicherheits-Updates mehr. Wer noch auf Magento 1 läuft, betreibt eine Plattform mit dokumentierten Sicherheitslücken – jeder Tag erhöht das Risiko eines Sicherheitsvorfalls.
Adobe-Investitionen fließen nur in Magento 2
Neue Features, Performance-Verbesserungen, moderne APIs (GraphQL, REST), PWA Studio, Sicherheits-Härtungen – alle Investitionen von Adobe fließen ausschließlich in Magento 2 (Adobe Commerce). Magento 1 ist eine technologische Sackgasse.
Modernes Web-Tooling erfordert Magento 2
Headless-Architekturen, Hyvä-Themes, moderne Hosting-Setups, Container-Deployments – alles erst mit Magento 2 sauber umsetzbar. Magento 1 ist auf modernem Infrastructure-Stack nicht effizient zu betreiben.
Migrationsquellen, mit denen wir arbeiten
- Magento 1 → Magento 2 – der klassische und dringende Wechsel
- Shopware 5 → Magento 2 – seltener, aber bei Konzern-Anforderungen vorkommend
- WooCommerce → Magento 2 – wenn der Shop aus WordPress herauswächst
- OXID → Magento 2 – Wechsel aus dem deutschen Eigen-Ökosystem
- Plentymarkets → Magento 2 – Wechsel aus SaaS in Open Source
- Custom Shop-Eigenbau → Magento 2 – Ablösung historischer Eigenentwicklungen
- Magento 2.x → Magento 2.4.7 – Major-Updates innerhalb der Magento 2 Familie
Unser Magento-Migrationsprozess in 6 Phasen
Phase 1 – Audit der Quellplattform
Inventarisierung von Produktdaten, Kunden, Bestellungen, Kategorien, Custom-Modulen, integrierten Drittsystemen. Identifikation von Sonderfällen, die Standard-Migrations-Tools nicht abdecken. Bewertung der Custom-Code-Basis: Was wird übernommen, was neu entwickelt, was entfällt?
Phase 2 – Mapping in Magento-2-Strukturen
Übersetzung der Quell-Datenmodelle in Magento-2-Strukturen: EAV-Attribute, Produkttypen, Kategorien-Hierarchien, Customer Groups, Tax-Rules. Jede Mapping-Entscheidung wird schriftlich dokumentiert.
Phase 3 – Testmigration in Staging
1-zu-1-Migration in eine Staging-Umgebung. Daten- und Code-Migration mit realen Bestandsdaten. Identifikation von Edge-Cases und Daten-Anomalien.
Phase 4 – User Acceptance Testing
Sie und ausgewählte Anwender testen die Staging-Plattform: Bestellprozess, Backend-Workflows, Reports, Integrationen. Wir nehmen Feedback auf und arbeiten es ein.
Phase 5 – Produktiv-Cutover
Wartungsfenster, finale Datenübernahme (Bestellungen und Kunden bis zum Cutover-Zeitpunkt), DNS-Umstellung, 301-Redirects für alle alten URLs.
Phase 6 – Hypercare
4-8 Wochen erhöhte Reaktionsbereitschaft. Search Console wird intensiv beobachtet, Conversion-Raten und Bounce-Raten kontinuierlich gemonitort.
SEO bei der Magento-Migration – Pflichtprogramm
Eine schlecht gemachte Magento-Migration kann jahrelang aufgebaute organische Rankings über Nacht vernichten. Unser SEO-Vorgehen:
- URL-Mapping – jede alte Produkt- und Kategorie-URL bekommt ein 301-Redirect-Ziel
- Schema-Markup wird neu modelliert und erweitert
- XML-Sitemaps werden neu generiert und in der Search Console eingereicht
- Core Web Vitals als Pflichtkriterium für die neue Plattform
- Search Console Monitoring in den ersten Wochen nach Go-Live intensiviert
- Bestehende Backlinks bleiben durch 301-Redirects wirksam
Mini-Case aus unserer Praxis
Magento-1-zu-Magento-2-Migration eines Mittelständlers
Migration eines Magento-1-Shops mit etwa 4.000 Produkten, knapp 8 Jahre Bestandsdaten und mehreren Custom-Modulen für Versand- und Preislogik. Vorgehen: 4 Wochen Audit und Mapping inklusive Custom-Modul-Bewertung, 6 Wochen Testmigration mit Custom-Modul-Reimplementation auf Magento 2, 3 Wochen UAT, Cutover über ein Wochenende, 6 Wochen Hypercare. Resultat: keine Datenverluste, organischer Traffic blieb auf gleichem Niveau, nach 3 Monaten leicht über dem Vor-Migrations-Niveau, Core Web Vitals deutlich verbessert.
Häufige Fragen zur Magento-Migration
Wie lange dauert eine Magento-Migration?
Magento 1 zu 2 mit etwa 1.000 Produkten und überschaubaren Custom-Modulen: 3-5 Monate. Komplexere Migrationen mit B2B-Funktionalität, Multi-Store oder Custom-Datenmodellen: 6-9 Monate. Nach dem Audit nennen wir einen verbindlichen Zeitplan.
Müssen wir während der Migration offline gehen?
Nur während des finalen Cutovers, typischerweise ein Wartungsfenster am Wochenende. Davor und danach läuft die alte Plattform weiter.
Was passiert mit Custom-Modulen aus Magento 1?
Custom-Module aus Magento 1 sind nicht 1:1 kompatibel mit Magento 2 – die Architektur ist komplett anders. Wir bewerten jedes Modul: Reimplementation auf Magento 2, Standard-Alternative aus dem Marketplace, oder Funktion entfällt komplett. Mehr unter Magento Entwicklung.
Was passiert mit Kundenpasswörtern?
Kundenpasswörter sind gehasht – nicht entschlüsselbar. Magento 2 nutzt anderes Password-Hashing als Magento 1. Wir migrieren die Hashes mit Re-Hashing-Logik beim ersten Login – Kunden müssen ihr Passwort nicht zurücksetzen.
Können wir Bestellhistorie übernehmen?
Ja, vollständig. Inklusive Status, Zahlungsdaten (PCI-DSS-konform), Versand-Tracking, Stornierungen und Rückerstattungen.
Verwandte Leistungen
Nach der Migration kommt der Betrieb – über unsere Magento-Agentur. Falls neue Funktionen entwickelt werden sollen: Magento Entwicklung. SEO-Aspekte: Magento SEO. Performance- und Code-Bewertung vor und nach Migration: Magento Audit. Für Hosting auf modernem Stack: DevOps Engineering.